Anmerkung des Bearbeiters:
Die Sprechhaltungen der Figuren können blitzschnell wechseln. Manchmal mitten im Satz. Dem entsprechen die ebenso wechselnden akustischen Räume. Der Text der „Dichterin“ sollte in freier Landschaft aufgenommen werden.
Das generelle Sprechtempo ist schnell.
Die Namen der Figuren weisen nicht auf Individualität oder Wiedererkennbarkeit hin. Herr Nervig zum Beispiel könnte also ohne weiteres einfach Herr N. sein. Und jedesmal wenn er auftaucht (ebenso die anderen Figuren), steht er für einen anderen. Einzig Herr Stab und Frau Margit sollten zumindest jeweils wiedererkennbar sein.
Das Ganze soll mehr grob gezimmert als kunstvoll gedrechselt wirken.
aus: Hans Gerd Krogmann: Stecken! Stab! Und Stangl! Hörspieltyposkript, ORF / NDR / BR 1996. (Vorbemerkung)
Während es im Theatertext vorwiegend unbestimmte Personenangaben gibt (Einer, egal wer, Ein Anderer, Mann, Frau), werden den meisten Stimmen im Hörspiel bestimmte Eigenschaften zugeschrieben: Herr Bestimmt, Herr Nervig, Herr Klug, Frau Gemütlich, Frau Grämlich, Frau Leichtfertig, Frau Souverän. Dazu kommen noch die Stimme der Dichterin und Herr Stab. Die einzige mit dem Theatertext übereinstimmende Figurenangabe ist Frau Margit.
Im Hörspiel wird eine Collage aus akustischen Originalmaterialien über die Roma-Morde von Oberwart verarbeitet (Reaktionen von Politikern in
Österreich
(
Politik
), mediale Berichterstattung (
Medien
)). Im Gegensatz zum Theatertext werden in der Hörspielfassung als akustischer Hintergrund Namen von im Konzentrationslager Auschwitz getöteten Roma und Sinti aufgezählt (Holocaust (
Judenvernichtung
)), wodurch die Verbrechen des
Nationalsozialismus
dem verharmlosenden Umgang der Medien (insbesondere der
Kronen Zeitung
) mit dem Bombenattentat gegenübergestellt werden (
Fremdenfeindlichkeit
). An einigen Stellen wird diese Tonspur lauter und tritt in den Vordergrund. Gegen Ende des Hörspiels werden die Namen und das Sterbedatum der in Oberwart ermordeten Roma genannt.